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25. Internationales Elbe-Saale-Camp
22. bis zum 30. Juli 2017
Thema 2017: "Sag wozu die Flüsse taugen"

Fest & Aktionen am Fluß

 

Informationen zum Aktionsbündnis Elbe-Saale

Im Jahre 1992 wurde von der damaligen CDU-Bundesregierung ein Bundesverkehrswegeplan (BVWP 92) beschlossen, der u.a. den Bau einer Staustufe in der Saale bei Klein Rosenburg und die Vertiefung der Fahrrinne der Elbe vorsah.

Da diese Eingriffe massive Auswirkungen auf die typische Flusslandschaft erwarten ließen, gründete sich mit dem Ziel, die naturnahen Flussläufe und ihre Auenwälder zu erhalten, das Aktionsbündnis Elbe-Saale.

Elbe-Saale-Camp

Seit 1993 führen Mitglieder dieses Aktionsbündnisses im Mündungsbereich der Saale ein mehrtägiges internationales Camp durch, um auf die unumkehrbaren Folgen der geplanten (und zum Teil bereits realisierten) Baumaßnahmen hinzuweisen. Das Aktionsbündnis zählt zu den Mitbegründern des Netzwerkes Flusslandschaften Elbe-Saale-Havel-Oder.

Aken: Baustellenbesetzung

Ausbau- und Unterhaltungsmaßnahmen an der Elbe

Bisher ist die Elbe in Deutschland auf einer Länge von ca. 600 Kilometern noch nicht mit Staumauern verbaut worden. Die Wasserstände können weitgehend ihrem natürlichen Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser, von überfluteten Auen und trockengefallenen Sandstränden folgen.

Ausbringen von Schotter bei Breitenhagen

Seit der Mitte der 90er Jahre wurden jährlich jedoch ca. 100.000 Tonnen grober Schotter ausgebracht und nach Plänen der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts Buhnen, Deck- und Leitwerke errichtet bzw. erneuert und erweitert. Ziel war es, durch eine Einengung des Flusses seine Vertiefung zu erzwingen und ganzjährig eine Fahrrinnentiefe von 1,60 m garantieren zu können. Nicht berücksichtigt wurde hierbei, dass andere deutsche Flüsse bereits auf bis zu 4 m ausgebaut werden, da sich die bisherigen geringeren Fahrrinnentiefen als nicht wirtschaftlich erwiesen haben.

Mit dem im Herbst 2002 geschlossenen Koalitionsvertrag der rot-grünen Bundesregierung wurden alle Baumaßnahmen an der Elbe gestoppt. Doch das Aufatmen währte nicht lange: Bereits im Sommer 2004 wurde die Durchführung sogenannter Unterhaltungsmaßnahmen wieder aufgenommen. Zusätzlich droht aufgrund des geplanten Baues eines Saale-Seiten-Kanals Gefahr durch die Hintertür. Dieser Schritt würde die Kanalisierung der Elbe nach sich ziehen, da die vorgesehene Tiefe des Saalekanals 3 m, die formal garantierte Tiefe der Elbe allerdings nur 1,60 m beträgt.

Uferschotterung bei Gallin

Kanalbaumaßnahmen an der Saale

Die nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 gestoppten Staustufenplanungen wurden an der Saale durch Planungen eines Saale-Seitenkanals ersetzt. Danach soll im Mündungsbereich der Saale ein 7,5 Kilometer langer Kanal gebaut werden. Dieser Kanal soll den durchgehenden Verkehr mit Schiffen größer 1.000 Tonnen ganzjährig ermöglichen. Die sich anschließende Elbe lässt jedoch den Verkehr mit diesen Schiffen in der meisten Zeit des Jahres nicht zu. Das Hauptproblem ist das häufige Niedrigwasser, dessen Auftreten sich mit dem Klimawandel tendenziell verstärken wird. Der Bau des Saalekanals wäre somit ohne massive und schwere Schäden nach sich ziehende Baumaßnahmen an der Elbe sinnlos.

Gänzlich ungeklärt sind mögliche negative Dauerfolgen für die Flusslandschaft des Mündungsbereiches der Saale. So sind die Veränderungen des Grundwasserhaushalts (Wasser in den Kellern?) nicht vorhersagbar Auch würde der Kanal einer Aufweitung der Überflutungsflächen zur notwendigen Senkung der Hochwasserstände im Wege stehen. Die sich mit hochgradiger Wahrscheinlichkeit anschließende Kanalisierung der Elbe würde mit einer Totalvernichtung der größten Auenwälder Mitteleuropas einhergehen.

Ergänzend zu den ökologischen Bedenken stehen die Kosten für die Errichtung und Unterhaltung eines Seitenkanals in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum zu erwartenden Verkehrsaufkommen. Für den Bau des sogenannten „Schleusenkanals mit Schleuse bei Tornitz, ohne Wehr" (offizieller Name!) werden Kosten in Höhe von von 100 Millionen Euro veranschlagt. Vor dem Hintergrund leerer Staatskassen und einer anhaltenden Abnahme der auf dem Wasserweg transportierten Gütermengen ist aus unserer Sicht für ein derartiges Projekt jeder Cent zu viel!

Alternativen

Die für den Bau eines Saalekanals und für Unterhaltungsmaßnahmen an der Elbe vorgesehenen Steuergelder können unter schonender Nutzung der Natur effektiv für den Hochwasserschutz sowie zum Erhalt und zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Tourismus eingesetzt werden. Allein das Wörlitzer Gartenreich zieht jährlich über eine Million Besucher an. Seit Jahren kann darüber hinaus eine Steigerung der Nutzung der Elbe- und Saale-Radwanderwege sowie eine wachsende Beliebtheit der Flüsse für Kanu- und Bootstouren verzeichnet werden.

Selbstverständlich gehört auch die Schifffahrt zu den Flüssen - jedoch in einer angepassten und abgestimmten Form und nicht zu Lasten der unter nationalem und internationalem Schutz stehenden Auenlandschaften. Der Güterverkehr im Elbekorridor kann ohne Probleme auf der Schiene abgefangen werden. Bereits jetzt werden in den Elbehäfen mehr Container auf die Bahn als auf das Schiff verladen.&xnbsp;

 

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